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Jungunternehmerforum-Blog

Fas(s)zinierende Geschäftsidee mit fulminantem Start

04.06.2014 | Claudia Vieli Oertle

Mitte März habe ich mich mit Andy Hartmann, einem Bündner Marketingfachmann, unterhalten. Er erzählte mir von seiner Geschäftsidee mit dem SCHLAF-FASS, einem touristischen Angebot in der Bündner Herrschaft. Ende Mai war es dann soweit und zwei Standorte (Maienfeld und Jenins) haben den Betrieb aufgenommen.

Aussergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten im Tourismus kenne ich z.B. das Igludorf oder auch Tipi-Zelte. Als ich zum ersten mal vom SCHLAF-FASS hörte, war meine Neugier geweckt. Die letzten Monate verfolgte ich Hartmann’s Projekt auf der Facebookseite.

Andy, vor nicht einmal einem Jahr hast du mit deiner Frau in Deutschland zum ersten Mal so ein SCHLAF-FASS gesehen und ihr wart fas(s)ziniert von der Idee. Was hat euch an der Idee fasziniert? Wie habt ihr das Unterfangen in Angriff genommen?

Nun, es lag fast auf der Hand. Unsere wunderbare Weinregion und das Übernachten in einem Weinfass. Auch wenn wir nicht explizit nach einer neuen Geschäftsidee gesucht haben, so konnten wir nicht anders, als dieses Projekt in Angriff zu nehmen. Wir sind – ziemlich kopflos – drauflos gestartet und haben einen Businessplan und eine Präsentation erstellt ohne uns Gedanken zu machen, wie viele Bewilligungen rund um das Vorhaben überhaupt notwendig sein werden.

Ihr habt innert kürzester Zeit einen Businessplan erstellt und auch Gedanken zur Finanzierung gemacht. Wie seit ihr vorgegangen, wen habt ihr beigezogen? Wie ist es zur Zusammenarbeit mit der Innovationsstiftung gekommen?

Wir mussten ziemlich schnell feststellen, dass ein klassisches Sponsoring für ein Projekt dieser Art ausgeschlossen ist. Bürgschaften wären eine Alternative gewesen, jedoch mussten wir auch schnell feststellen, dass die Startfinanzierung enorm gross sein wird. Da unsere Idee bei sämtlichen Tourismusorganisation sofort auf grosses Interesse gestossen ist, haben wir den Schritt zum Kanton und dem Amt für Wirtschaft gewagt. Diese verwiesen uns an die Innovationsstiftung, welche von Beginn weg uns wohlgesonnen war und schlussendlich auch einen Teil zur Startfinanzierung beigetragen hat.

Geplant waren am Anfang sechs Standorte, «nur» zwei davon kamen zur Umsetzung. Was waren die Herausforderungen bei der Suche der Standorte? Wie habt ihr eure Partnerbetriebe gefunden?

Nun, das stimmt so nicht ganz. Es waren drei Standorte mit insgesamt sechs Übernachtungsplätzen geplant. Die Anzahl der Übernachtungsplätze konnten wir auch planmässig umsetzen, verteilten diese jedoch auf zwei Standorte. Die Gesetzgebung erlaubte uns das Aufstellen weiterer Fässer nicht.

Bei der Auswahl der Gastgeberpartner haben wir ein klares Ziel verfolgt. Die Partner müssen es verstehen mit Gästen um zu gehen, der Bauplatz muss eine tolle Aussicht bieten und liegt bestenfalls angrenzend oder mitten den Rebbergen. Wir haben sehr schnell viele interessierte Betriebe gefunden, jedoch mussten wir auch hier aufgrund der Gesetzgebung (Landwirtschafts-/Rebbergzone) die Pläne wieder auf Eis legen. 

Du bist Marketingprofi und gut vernetzt. Was bezeichnest du als einer der grössten Erfolgsfaktoren beim Markteintritt?

Dank der optimalen Zusammenarbeit mit der Churer Agentur skipp konnten wir von Beginn weg einen professionellen Auftritt mit dem Logo sowie im Print und Web realisieren. Dies half schon mal ein grosses Stück. Dank vielen persönlichen Kontakten und dem persönlichen Wissen im Marketing gelang der Markteintritt tatsächlich sehr erfolgreich und hat die Erwartungen sogar übertroffen.

Das erste Fass wurde im Januar geliefert, die restlichen im März. Am 22. Mai habt ihr die SCHLAF-FÄSSER in Maienfeld und Jenins offiziell eingeweiht und in Betrieb genommen. Das war für euch eine intensive Zeit, oder? Welchen Schwierigkeiten musstest du dich in dieser Zeit stellen?

Mindestens so intensiv war die Zeit von August bis Januar. Da schlugen wir uns mit Bewilligungen, Anforderungen und Behörden die Zeit um die Ohren. Die erste Fasslieferung war wie ein Neustart. Obschon wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Bewilligungen hatten, ging es endlich voran. Wirklich intensiv wurde es dann ab Mitte/Ende Februar als wir mit den Bauarbeiten beginnen konnten. Auch hier stellten sich verschiedene Herausforderungen wie z.B. die Bodenbeschaffenheit, das extreme Gefälle sowie schlussendlich auch finanzielle Herausforderungen. Die Bau- und Materialkosten an beiden Standorten fielen massiv höher aus als budgetiert. Um dem entgegen zu wirken durften wir auf die grosse Mithilfe und Unterstützung unserer Familie und Freunden zählen. Ohne diese wären die Plätze nie in dieser Aufwendigkeit gebaut worden. Abschliessend hat sich der Einsatz aber sehr gelohnt.

Herzliche Gratulation – ihr habt eine hohe Medienpräsenz in verschiedenen Regionalzeitungen, Tageszeitungen, Radiostationen und Online-Kanälen. Da steckt sehr viel Arbeit dahinter. Trotzdem kannst du dich jetzt nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Wie ist die Auslastung im ersten Monat? Was für Massnahmen sind für die kommenden sechs Monate geplant?

Wir haben unser Jahresziel der ersten Saison mit dem Verkauf von Gutscheinen und fixen Reservationen tatsächlich schon fast erreicht. Das erfreut ungemein. Aber natürlich dürfen wir uns nicht ausruhen und begrüssen fast wöchentlich Journalisten aus dem In- und Ausland. Es wird einige Zeit brauchen, bis unser Angebot in den verschiedenen Reiseführern und bei den Agenturen bekannt ist. Hier dürfen wir auf die grosse Unterstützung von Graubünden Ferien und Heidiland Tourismus zählen. Auch haben wir uns an verschiedene Organisationen wie Agrotourismus Schweiz angeschlossen. Zudem planen wir bereits die Winterangebote mit lokalen Partnern und wenn alles klappt zeigen wir das Fass noch am einen oder anderen Publikumsevent in der Region. Dazu konnten wir vor wenigen Wochen unser jüngstes Fass in der Familie begrüssen: Ein Promofass welches temporär mit Rädern ausgestattet und überall hin gestellt werden kann.

 

Vielen Dank für deine Bereitschaft über die Gründung und die Startphase des SCHLAF-FASSES Auskunft zu geben. Ich wünsche dir und deiner Frau ganz viel Freude an eurem Erschafften und viele interessierte Gäste.

 

... mit regionalen Produkten

Im SCHLAF-FASS..

Standort Jenins

Standort Maienfeld

Ein SCHLAF-FASS wird angeliefert

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